Die Flucht vor dem Seniorenteller.

Die Flucht vor dem Seniorenteller.

„Wenn man seine Socken“, so dachte ich kürzlich „im Stehen anziehen kann, dann ist man noch nicht alt. 

Mein Freund Jürgen der Turnlehrer, fragte mich daraufhin, ob ich noch in meine Unterhose springen könne. „Klaro“ sagte ich, „aber nur wenn sie ausgebreitet auf dem Boden liegt!“.

Inzwischen sitze ich gerne, wenn ich meine Socken anziehe, und meine Unterhose werfe ich mir über die Füße, wenn ich einen Kopfstand mache. (???)

Sicher geglaubte Fähigkeiten wie diese gehen verloren, manches wird beschwerlich, und du (also ich) stehe öfters mal im Weg, nicht nur mir selbst: „ Opa, mach mal Platz“.

Das klingt mies, ist es aber nicht: Liebe junge Leute, es ist genau umgekehrt: Mein Leben fängt jetzt an.

Ich muss mich nicht mehr beweisen, muss nicht mehr zeigen, dass ich Alles was ich nicht kann durch Networking und Arschkriechen, durch Speichellecken und Honigbärtiges verschleiern muss, ich muss keinen Chef überzeugen oder ihm die Tasche tragen. 

Ich muss nicht nach 22 Uhr meine Mails checken, WorkWorkBalance, DigitalNomade, Genderfriendly, oder Selbstoptimierung… machen, das hatte ich schon.  Ich muss noch nicht einmal mehr die Extrameile gehen oder PROAKTIV werden. Und ganz neu: High Energy Performance, ich muss noch nicht mal wissen was das ist.

Inzwischen mache ich was mein Herz mir sagt: Sei mutig, gehe raus, vertraue dir, vertraue dem Allein sein und der Stille.

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