- Die Plitvicer Seen, ein Naturschauspiel von erhabenster Schönheit, umhüllt von der urwaldigen Einsamkeit, scheinen auf den ersten Blick ein Paradies zu sein. Die Herausforderung ist es, die Kraft dieser Natur zu bewältigen, ohne sich selbst zu verlieren. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich die touristische Geldmacherei, die das Erlebnis trübt. Nur ein kleiner Teil des Naturparks ist erschlossen, und die Wölfe, Bären und Luchse, die in den tiefen Wäldern leben, sind sicherlich nicht hier zu finden.
Stattdessen wird die Szenerie von einer Schar chinesischer Touristen dominiert, die mit ihren digitalen Geräten ausgestattet sind. Sie halten mit iPads die flüchtigen Momente fest, während ihre Handys Videogrüße in die Heimat senden. Ihre Uhren zählen die wenigen Schritte, die sie auf den überfüllten Wegen machen. Und wenn sie eine Spiegelreflexkamera dabeihaben, wechseln sie ständig ihre teuren Objektive, als ob das Bild nur durch die richtige Linse an Wert gewinnen könnte. Ach ja, Drohnen sind in diesem Naturpark verboten – ein kleiner Trost inmitten des digitalen Rummels.
- Plitvic, so könnte man es in Chinesisch übersetzen: „Bleib an der engsten Stelle des Weges stehen und drehe am besten einen Kinofilm, oder fotografiere jeden deiner Mitreisenden einzeln. Am besten tauscht man die Fotos direkt vor Ort über Airdrop aus.“
Doch in Wirklichkeit ist alles halb so schlimm. Jenseits der Instagram-Motive gibt es noch genug Wege, um sich aus dem Weg zu gehen, um die Stille und die Natur zu genießen.
- Ich selbst habe mein Wohnmobil zum Camp Korana (30,- €) gesteuert, einem weitläufigen Campingplatz, der sich durch seine unebenen Stellflächen auszeichnet – also, Keile nicht vergessen! Der Regen fiel leicht, als ich am nächsten Morgen zu den Plitvicer Seen aufbrach. Ich war früh dort, und Hunde sind im Nationalpark erlaubt. Ein 20-minütiger Fußmarsch vom Parkplatz (15,- €) zum Nationalpark (42,- € Eintritt) weckte meine Neugier, auch wenn der Regen weiterhin fiel.
Der Park, mit seinen glitzernden Seen, rauschenden Wasserfällen und der üppigen, urwaldartigen Vegetation, entschädigt von der ersten Sekunde an für die teure touristische Bevormundung. Hier, inmitten der Natur, wird der Mensch klein und unbedeutend, und die Schönheit der Landschaft spricht eine eigene Sprache. Wenn ich wieder in der Gegend bin, würde ich es genauso noch einmal machen – länger bleiben, um auch die geheimnisvollen Ecken rund um den Park zu erkunden, dort, wo die Wölfe leben und die Stille der Natur noch unberührt ist.
Hier ein Link zu den: Plitvicer Seen.